Rotbuch Krimi -Allan Guthrie: Abschied ohne Küsse
Unter dem Logo „Hard Case Crime“ (versehen mit einer Pistole, auf der eine Krone sitzt) hat sich der Berliner Rotbuch-Verlag etwas einfallen lassen, was sich wieder einmal von der Masse abhebt. Krimikost und zwar das Schärfste aus der Ecke der Pulp-Krimis, mit schönem Trash-Cover als I-Tüpfelchen. Da sind sie wieder, die Noir-Klassiker und auch neue Romane von guten, zeitgenössischen Autoren. Für entspanntes Lesen, für spannende Unterhaltung, das Richtige für einen verregneten Sonntag oder für den Baggersee. Allan Guthrie versieht seinen Abschied ohne Küsse dabei mit derben Baseballschlägen, mit einem Helden, der kein Blatt vor den Mund nimmt: Joe Hope. Er arbeitet für den Kredithai Cooper, der zuweilen auf unsanfte Art und Weise seine Moneten einfordert. Und Joe schwingt dabei auch den Baseballschläger. Doch nun reitet er sich gerade selbst gut in die Scheiße, um sich der saftigen Sprache des Buches anzupassen. Die 19-jährige Tochter von Joe stirbt, er wird verdächtigt, schuld zu sein. Kurz darauf wird seine Frau ermordet… Joe bleibt nur die Flucht und seine unglaubliche Wut, denjenigen zu finden, der ihn so böse auf den Arm genommen hat. Gnade dem. Spannend bis zur letzten Seite, na ja, bis zur vorletzten, denn beim Finale ist eigentlich schon abzusehen, wie es ausgeht. Ansonsten aber begibt man sich zusammen mit Guthrie auf eine atemlose und unvorhersehbare Jagd.
