Liebe Leseladen Freunde,
Am 18. Juni 09 besucht der Verleger Alexander Wewerka vom Alexander-Verlag um 19.30 Uhr Leseladen!
Wir wollen mit dieser neuen Reihe besonders kleine und innovative Verlage aus Deutschland und Europa einem interessiertem Publikum vorstellen. Der Alexander Verlag aus Berlin hat sich mit der Herausgabe von Theater- und Filmliteratur in den letzten 25 Jahren einen Namen ge- macht. In den Theater- und Filmbüchern sollen die Theater- und Filmkünstler in der Regel direkt zu Wort kommen. So erschienen u.a. eine Reihe von Werkstatt- gespräche mit Künstlern wie Peter Zadek oder Robert Wilson.
Daneben gibt der Verlag seit 2002 eine Krimireihe heraus. Seit 2004 erscheint in einer neunbändigen Ausgabe eine Gesamtedition von Jörg Fauser (1944 - 1987), die in diesem Jahr abgeschlossen wurde. Dieser viel zu früh verstorbene Schriftsteller hat wie kaum ein anderer die
bundesrepublikanische Nachkriegsgeschichte beschrieben. Der fast vergessene Autor und später auch Redakteur, der für die Basler Zeitung, tip-Magazin, Stern, Spiegel, Transatlantik, oder Lui arbeitete, wird mit dieser umfassen- den und großartig ausgestatteten Edition gewürdigt. Neben seinen grossen Romanen “Rohstoff” und “Schneemann”, den Gedichten, Erzählungen und Essays hat er unter anderem auch für Achim Reichel Songtexte geschrieben.
“Ich bin kein netter Mensch, sondern Schriftsteller, einer der Dunkelmänner also, die beim ältesten Verfassungs- schutz der Welt angestellt sind - beim Verfassungsschutz für Sprache und Zweifel“ - Jörg Fauser über sich selbst.
Der „Dunkelmann“ Fauser, „Tourist im eigenen Leben“ (Alexander Wewerka), entzog sich bereits zu Leb- zeiten allen Schubladen, in die er gleichwohl immer wieder hinein gesteckt wurde. So wird man ihm weder mit dem Begriff des “deutschen Bukowskis” gerecht, noch ließ er sich von irgendwelchen Gruppen instrumentalisieren. Dieses ganz Nah am Geschehen sein und andererseits sein unge- trübter distanzierter Blick macht sein Werk zu einem Spiegelbild dieser durch die Wiedervereinigung verloren gegangenen Zeit der Bonner Republik.
»Ein deutscher Kriminalroman mit Schmiß und Witz, also eine Rarität. Fauser erzählt die Verlierergeschichte mit gekonntem Einsatz einschlägiger, oft irrwitzig überdrehter Krimi-Klischees. Er belastet sie nicht mit sozialkritischem Bierernst, wohl aber würzt er die Story mit beeindruckender, ironisch gefilterter Orts-, Milieu- und Branchenkenntnis – ob da Kölner Bahnhofsambiente, Münchner Schickeria oder Frankfurter Underground skizziert werden, “Macher in Halbseide” oder ein alter Vertreter, der in Fußgängerzonen niederrheinischer Kleinstädte “obskure Waschmittel” feilbietet, die “seit 57 Jahren einen aussichtslosen Kampf gegen Henkel führten”. Fauser weist sich als ein Kenner deutscher Wirklichkeiten aus.«
Der Spiegel
Jörg Fauser, der kraftvollste deutsche Autor seiner Generation, wird mit dieser Neuauflage sicher wieder in aller Munde sein.
Der Verleger Alexander Wewerka stellt das Werk von Jörg Fauser in einem Filmporträt und im Gespräch vor. Neben dem Werk von Jörg Fauser wird auch die Produktion und ihre Schwierigkeiten dieses Projektes zur Sprache kommen - sozusagen der Blick von der anderen Seite auf den Buchhandel.
Die Veranstaltung ist übrigens kostenlos.
Weitere Infos gibt es unter:
http://www.alexander-verlag.com/literatur.html
zum lesen zu empehlen:
Fauser, Jörg Rohstoff
Roman. Herausgegeben von Alexander Wewerka
327 Seiten, Alexander Verlag Berlin - Auflage 2008, mit Schutzumschlag. Jörg-Fauser-Edition Band II.
Mit einem Nachwort von Benjamin von Stuckrad-Barre, einem Gespräch mit der Lektorin Hanna Siehr und einem Gespräch zwischen Jörg Fauser und Hellmuth Karasek
ISBN: 978-3-89581-114-2 19.90 €
