26. Juni 2009
Nein: das gibt jetzt nicht den gefühlten 254217 ten Nachruf! Vom da noch nicht ganz Tod von Poplegende Michael Jackson hab ich eher zufällig erfahren, weil ich mein Auto aus der “Schusslinie” der Knöllchenschreiber parken wollte. Endlich einen sicheren Hafen gefunden und Zuhause mal bei Twitter vorbeigesehen: Alle die noch wach waren, haben fleissig getwittert - während CNN im Hintergrund es noch nicht wirklich glauben wollte… Ok nur @pickihh war schneller als “Spiegel-Online” - immerhin! Und unsere “Dorfzeitung” PZ hat es immerhin um am nächsten Morgen um 11.00 Uhr dann auch gebracht (haben die keine Fernschreiber???)
Bei einigen war von grosser Trauer nicht viel zu spüren. Eher ging es um die Frage, ob jetzt seine Nase bei ebay versteigert wird, was mit den Tickets passiert und wer offiziell zuständig ist, den Tod von Herrn Jackson zu vermelden (CNN, Twitter, Wikipedia).
Immerhin um kurz nach 0.30 Uhr kam der erste Nachrufauf Michael Jackson. Und ab 1.00 Uhr gabs eigentlich nur noch R.I.P. (inklusive der Nachfrage, was denn das sei??)
Dieser Tod hat einige ungeahnte Auswirkungen auf das ganze Netz 2.0: So wollte jemand ein I-Phone verlosen und was passiert - Niemand wollte es , dafür aber haufenweise Beileidsbekundungen - Stell Dir vor: Da wird ein #iPhone verlost und keinen interessiert es!
Verdienen tut dann heute Amazone - Jackie auf Platz 1 - 15…
Und selbst die Kurve zur “Zensurursular” wurde gefunden: Kinderpornosperren zeigen erste Wirkung: Michael Jackson tot! *upps*
Naja, zum Glück dreht sich die Erde noch weiter…
21. Juni 2009
15. Juni 2009
Liebe Leseladen Freunde,
Am 18. Juni 09 besucht der Verleger Alexander Wewerka vom Alexander-Verlag um 19.30 Uhr Leseladen!
Wir wollen mit dieser neuen Reihe besonders kleine und innovative Verlage aus Deutschland und Europa einem interessiertem Publikum vorstellen. Der Alexander Verlag aus Berlin hat sich mit der Herausgabe von Theater- und Filmliteratur in den letzten 25 Jahren einen Namen ge- macht. In den Theater- und Filmbüchern sollen die Theater- und Filmkünstler in der Regel direkt zu Wort kommen. So erschienen u.a. eine Reihe von Werkstatt- gespräche mit Künstlern wie Peter Zadek oder Robert Wilson.
Daneben gibt der Verlag seit 2002 eine Krimireihe heraus. Seit 2004 erscheint in einer neunbändigen Ausgabe eine Gesamtedition von Jörg Fauser (1944 - 1987), die in diesem Jahr abgeschlossen wurde. Dieser viel zu früh verstorbene Schriftsteller hat wie kaum ein anderer die
bundesrepublikanische Nachkriegsgeschichte beschrieben. Der fast vergessene Autor und später auch Redakteur, der für die Basler Zeitung, tip-Magazin, Stern, Spiegel, Transatlantik, oder Lui arbeitete, wird mit dieser umfassen- den und großartig ausgestatteten Edition gewürdigt. Neben seinen grossen Romanen “Rohstoff” und “Schneemann”, den Gedichten, Erzählungen und Essays hat er unter anderem auch für Achim Reichel Songtexte geschrieben.
“Ich bin kein netter Mensch, sondern Schriftsteller, einer der Dunkelmänner also, die beim ältesten Verfassungs- schutz der Welt angestellt sind - beim Verfassungsschutz für Sprache und Zweifel“ - Jörg Fauser über sich selbst.
Der „Dunkelmann“ Fauser, „Tourist im eigenen Leben“ (Alexander Wewerka), entzog sich bereits zu Leb- zeiten allen Schubladen, in die er gleichwohl immer wieder hinein gesteckt wurde. So wird man ihm weder mit dem Begriff des “deutschen Bukowskis” gerecht, noch ließ er sich von irgendwelchen Gruppen instrumentalisieren. Dieses ganz Nah am Geschehen sein und andererseits sein unge- trübter distanzierter Blick macht sein Werk zu einem Spiegelbild dieser durch die Wiedervereinigung verloren gegangenen Zeit der Bonner Republik.
»Ein deutscher Kriminalroman mit Schmiß und Witz, also eine Rarität. Fauser erzählt die Verlierergeschichte mit gekonntem Einsatz einschlägiger, oft irrwitzig überdrehter Krimi-Klischees. Er belastet sie nicht mit sozialkritischem Bierernst, wohl aber würzt er die Story mit beeindruckender, ironisch gefilterter Orts-, Milieu- und Branchenkenntnis – ob da Kölner Bahnhofsambiente, Münchner Schickeria oder Frankfurter Underground skizziert werden, “Macher in Halbseide” oder ein alter Vertreter, der in Fußgängerzonen niederrheinischer Kleinstädte “obskure Waschmittel” feilbietet, die “seit 57 Jahren einen aussichtslosen Kampf gegen Henkel führten”. Fauser weist sich als ein Kenner deutscher Wirklichkeiten aus.«
Der Spiegel
Jörg Fauser, der kraftvollste deutsche Autor seiner Generation, wird mit dieser Neuauflage sicher wieder in aller Munde sein.
Der Verleger Alexander Wewerka stellt das Werk von Jörg Fauser in einem Filmporträt und im Gespräch vor. Neben dem Werk von Jörg Fauser wird auch die Produktion und ihre Schwierigkeiten dieses Projektes zur Sprache kommen - sozusagen der Blick von der anderen Seite auf den Buchhandel.
Die Veranstaltung ist übrigens kostenlos.
Weitere Infos gibt es unter:
http://www.jörg-fauser.de/
http://www.alexander-verlag.com/literatur.html
zum lesen zu empehlen:
Fauser, Jörg Rohstoff
Roman. Herausgegeben von Alexander Wewerka
327 Seiten, Alexander Verlag Berlin - Auflage 2008, mit Schutzumschlag. Jörg-Fauser-Edition Band II.
Mit einem Nachwort von Benjamin von Stuckrad-Barre, einem Gespräch mit der Lektorin Hanna Siehr und einem Gespräch zwischen Jörg Fauser und Hellmuth Karasek
ISBN: 978-3-89581-114-2 19.90 €
14. Juni 2009
Vielleicht hat in den letzten Tagen mal jemand von Euch auch in den schönen “Spam”- Ordner seines Postfaches geschaut und sich gewundert? Der Müll ist nämlich ziemlich überschaubar geworden… Sicher liegt es daran, dass die USA mal wieder einen der ganz grossen “Anbieter” dieser Dienstleistungen vom Netzt genommen haben - anscheinend inklusive einiger KiPo Seiten (und soweit zum Märchen, die deutsche Justiz könne die “Anbieter” solcher Seiten nicht verfolgen???)
Allen Anschein nach scheint jedenfalls die Spam Industrie ganz tief in die Wirtschaftskrise gestürzt zu sein. Oder wie bitte läßt sich erklären, dass sie jetzt mit Drohungen versuchen ihre blauen Pillen etc. zu verkaufen? Natürlich, unterdessen besitzt jeder Internet Benutzer wohl ein einiger massen leistungsfähiges Schutzprogramm und die Provider filtern auch einen ganzen Haufen Müll heraus. Zudem scheint sich wohl herum gesprochen zu haben, dass angebliche Mails von Banken, PayPal oder ebay, in denen der Benutzer aufgefordert wird, seine Kontoverbindung samt PIN und TAN ein zu geben, nicht von diesen Firmen stammen kann. Oder dass angebliche “Erbschaften”, Lottogewinne oder Geldtranfers zur Belustigung der Leser beitragen, aber nicht mehr solche Traumhaften “Gewinne” versprechen, wie einst der von einer amerikanischen Krankenschwester, die nicht nur ihre Lebensversicherung investierte, sondern auch noch einen Kredit über 4.000.000 US $ aufnahm.
Ich lese diese netten “Briefe” eigentlich nur, weil es immer wieder sehr lustig ist, welche schönen neuen Geschichten sich die Herren von der Nigeria Connection (oder wo sie heutzutage auch immer herkommen mögen) ausdenken: Schon erstaunlich wie viele entfernte Verwandte durch Autounfälle und Flugzeugabstürze oder Tsumamies so in den letzten Jahren umgekommen sind! Da mag man sich gar nicht mehr aus dem Haus trauen. Und die Lottogewinne werden ja zum Glück auch nach Hause geschickt…
Ist aber noch niemand auf die Idee gekommen, die beiden Sachen zu verbinden: Ein Onlinelottogewinner bei der Geldübergabe vom Zug überrollt etwa und nun gewinnt der nächste alles (würde ja auch ganz schön glaubwürdig klingen - oder?). Naja, vielleicht greift ja jemand meine Idee auf?
Und das wäre auch mal was Neues! wo den Leuten doch langsam die Lust vergeht - oder wie bitte soll ich es deuten, die ganze Geschichte in die “Betreffzeile” zu packen:
Good Day, I am MR.SONG LILE, I work with the Hang Seng Bank,I need yourassistance in effecting a transaction worth $19.5m I intend to give 30% of the total fundsas compensation for your assistance. Via songlile601@yahoo.com.hk 1. Full names 2. Private phone number 3. Current residential address Kind Regards, Mr.SONG
Oder sie drohen:
MY THIRD AND FINAL MAIL TO YOU
I wish to notify you that late Engr. Jurgen Krugger made you
a beneficiary to his WILL. He left the sum of Thirty Million,
One Hundred Thousand Dollars (USD$30,100.000.00) to you in the
Codicil and last testament to his WILL.This may sound strange
and unbelievable to you, but it is real and true. Being a widely
traveled man, he must have been in contact with you in the past
or simply you were nominated to him by one of his numerous friends
abroad who wished you good.
Note: You are advise to contact me with my personal email address:
xxxxx@8u8.com or xxxxx@gmail.com
Call me upon the reciept of this mail: Tel: +44 703 593 4648
Vielleicht war der arme Mr Krugger ja mal Kunde im Leseladen und hat vielleicht einen Reiseführer gekauft?
Tja und auch den Anbietern von Viagra und Co scheint die Kundschaft nicht mehr gnädig zu sein. Nur ob mit der Drohung, das es ab morgen alle Pillen nur noch auf Rezept gibt - neue Blumentöpfe äh Kunden zu gewinnen sind, bezweifle ich. Vor allem da die Mails jeden Tag mit einem neuen Datum ins Spamfach schneien - immerhin, einen Versuch war es wohl wert…
NOTICE OF WEBSITE RESTRICTIONS
(Effective Friday, June 12th 2009)
und nen Tag später
NOTICE OF WEBSITE RESTRICTIONS
(Effective Saturday, June 13th 2009 @ 12AM)